Es wurde wieder Zeit. Zwei Jahre waren um und dann heißt es, wo fahren wir dieses Mal hin. Dank einer guten Hotelanalyse war das Ziel „Bremen“ schnell gefunden. Das Hotel Courtyard – direkt am Hauptbahnhof – sollte für drei Tage unser Quartier sein. Es liegt günstig und fast alles ist zu Fuß zu erreichen. Mit gut einer Stunde Verspätung erreichten wir nach einer ereignisreichen Bahnfahrt unser Hotel. Schnell wurde eingecheckt und um Bremen richtig kennenzulernen wartete auf dem Marktplatz eine junge Stadtführerin auf uns. Sie zeigte uns stolz die Bauwerke aus dem hanseatischen Mittelalter, auf die die Bremer sehr stolz sind.

Das Bremer Rathaus gilt zusammen mit der Roland-Statue (Symbol der Stadtrechte) als herausragender Repräsentant der bürgerlichen Autonomie und Souveränität der Stadt. Architektonisch passt sich das Neue dem Alten Rathaus ausgezeichnet an. Beide Gebäude mit dem Roland wurden als Ensemble im Jahr 2004 in die UNESCO-Liste aufgenommen. Das Bremer Rathaus wird als eines der schönsten Rathäuser Deutschlands bezeichnet.

Das Dach des Rathauses wurde übrigens im Jahr 2016 von der Nordwalder Firma Schabos GmbH aufwändig saniert.

Das Märchen der Bremer Stadtmusikanten gehört zu den bekanntesten Geschichten der Gebrüder Grimm. Die Erzählung von den vier Haustieren auf ihrem Weg in die Stadt Bremen, in der sie ein neues Leben als Musikanten beginnen wollen, schrieben Jacob und Wilhelm Grimm zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf. Mit der Bronzestatue an der Westseite des Bremer Rathauses von Gerhard Marcks ist ihnen ein bleibendes Denkmal gesetzt worden.

Nach dem Dom sahen wir mit dem "Schütting"(Haus der bremischen Kaufmannschaft) noch ein weiteres sehr auffallendes Gebäude. Heute befindet sich die Handelskammer Bremen darin. Das Gebäude wurde 1537 im Stil der Renaissance errichtet.

Es folgte ein Bummel durch die weltbekannte Böttcherstraße. Sie wurde in den 1920er Jahren erbaut und beherbergt neben verschiedenen Geschäften auch Restaurants, Museen und als Anziehungspunkt das „Glockenspiel“. Es besteht aus 30 Glocken, die aus Meißner Porzellan gefertigt wurden. Gespielt werden volkstümliche Melodien. Dabei drehen sich Holztafeln, die von der Atlantiküberquerung berichten. Gerne wird sie auch als Kunst- und Handwerksgasse bezeichnet. In dieser Straße lebten früher die Fassmacher (Fass = Bottich).

Den Anfang macht die Bremer Bonbonmanufaktur. Allein schon der Brunnen vor der Manufaktur ist besonders. Er wurde in Anlehnung an die Sage der „Sieben Faulen“ gebaut, von der er auch seinen Namen erhalten hat. Der Brunnen zeigt die sieben faulen Söhne eines Bauern, die schließlich auszogen und die Welt erkundeten. Nach einigen Jahren kehrten die Söhne nach Bremen zurück und hatten sich einen großen Wissensschatz angeeignet. Sie bauten beispielsweise Entwässerungsgräben auf den Feldern. Die Bremer aber konnten es nicht glauben, dass sich die einst faulen Söhne zu tüchtigen Arbeitern gewandelt hatten und schimpften trotzdem weiter über die sieben Söhne. Der Sieben-Faulen-Brunnen zeigt zwar die noch faulen Söhne, aber wenn man sich das Haus einmal näher ansieht, dann entdeckt man die schlauen und stolzen Söhne am Hausgiebel, die den anderen überlegen sind.

Danach durfte natürlich das Schnoorviertel nicht fehlen. Es ist Bremens ältester Stadtteil und hat einen ganz besonderen Charme. Die Gassen sind eng und heimelig und es verstecken sich dort wirklich tolle Geschäfte. Seinen Namen hat es übrigens daher, dass sich die Häuser aus dem 15. und 16. Jahrhundert wie Perlen an einer Schnur (plattdeutsch Schnoor) aufreihen. Allein hier kann man schon Stunden mit Bummeln verbringen. Mit der Besichtigung des Schnoorviertels endete unsere interessante Stadtführung.

Nach einer ausgiebigen Kaffeepause machten wir uns direkt auf den Weg zu unserer Abendveranstaltung im GOP-Varieté-Theater. Die Vorstellung "Kawumm" erzählt eine Geschichte vom Überleben in der Tristesse des Alltags durch die Macht der Phantasie. Humor und Gesang, Hochleistungsakrobatik an der Stange, dem Trapez oder Seil nahmen uns mit auf die Reise: Es war eine gelungene abwechselnde Mischung aus Komik, toller Akrobatik, Poesie, anzüglicher Frechheit, Showeffekten und ein bisschen Gesellschaftskritik, dargeboten von Künstlern mit echten Multi-Tasking-Qualitäten. Danach noch ein leckeres Abendessen und der erste Tag konnte ausklingen.

Am nächsten Morgen holten wir am Bahnhof die im Vorfeld reservierten Leihräder ab und machten uns auf, das Bremer Blockland zu erkunden. Es ging über die Bürgerweide durch den Stadtteil Findorff entlang des Torfkanals und des Bürgerparks bis zum Stadtwald in das Bremer Blockland. Hier kann man in Ruhe die Natur genießen und das Blockland mit seinen Bauerngärten und reetgedeckten Häusern vom Fahrrad aus entdecken. Kleine Hofläden und Cafés laden mit ihrem Angebot an selbstgebackenem Kuchen und selbstgemachtem Bio-Eis zu einer Rast ein. Entlang der Wümme erreichten wir schließlich den Stadtwaldsee. Nach einer kleinen Pause ging es wieder durch den Bürgerpark zu unserem Ausgangspunkt zurück.

Für unseren letzten Tag stand noch eine Weser- und Hafenrundfahrt auf dem Programm. Entlang der Schlachte fuhren wir zu den stadtbremischen Seehäfen. Mit Blick auf Deiche, Häfen, Schiffe und Großbetriebe erfuhren wir Spannendes und Wissenswertes. Danach blieb noch Zeit, ausgiebig durch die Altstadt zu bummeln und auf dem belebten Marktplatz einen Kaffee zu trinken, bevor wir uns in Richtung Hotel aufmachten, um unsere Koffer zu holen und wieder die Heimreise anzutreten.

Drei Tage strahlender Sonnenschein bei sehr angenehmen, sommerlichen Temperaturen, dazu ein tolles Programm in einer tollen Stadt und eine super Organisation!

Wir freuen uns schon auf die nächste Fahrt!

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